Tokyo

 

TOKYO: ASAKUSA

 

Es ist Samstag, die Japaner erobern die Parks

Samstag, 21.03.26

 

Ich gehe zu Fuß von der Wohnung in Richtung Senso-Ji und den Fluss Sumida. Das sind erstaunlich ruhige Wohnviertel zwischen den (ebenfalls leeren) vier-, sechs- oder achtspurigen Straßen. Unterwegs mache ich Pause im Café Danke. Ja, das ist deutsch. Cappuccino und Pfannkuchen mit Eis sind lecker.

 

Zu sehen ist der Asakusa-Schrein mit endlos vielen Menschen und viel Rauch. Am Asakusa-Schrein

 

Wer hat den Schalter umgelegt? Bis gerade eben war ich alleine auf den Straßen unterwegs, mit einem Mal flippt die Stadt aus, sind Myriaden von Japanern und Touristen da. Wir sind am Asakusa-Schrein.

 

 

Tolles Areal, viele gehen zu den Priestern, möchten die Wahrsagungen hören, es gibt Essensstände, nebenan wird unter den blühenden Kirschbäumen gepicknickt. Dazu die wunderschönen Tempel, Schreine usw. Auf der anderen Flussseite der Tokio Skytree und das Headquarter der Asahi Brauerei mit der Asahi Flame, besser bekannt als „Goldener Scheißhaufen“.

 

Der "Goldene Scheißhaufen": So wird das Headquater der Asahi Brauerei genannt wegen der quer liegenden goldenden Schaumkrone auf dem Dach. Der "Goldener Scheißhaufen"

 

Auch in den zwei kleinen Parkanlagen am Fluss ist viel los. Zum einen ist Wochenende (In Tokyo hat man allenfalls einen kleinen Balkon), zum anderen ist Kirschblütenzeit.

 

 

Auf dem Weg zum Flughafen, um Daniela abzuholen, halte ich in Shinjuku. Das Rathaus, ein anderer Aussichtsturm, ist nirgends zu sehen. Da Tokyo eine Riesenstadt ist mit verschiedenen Zentren, sind die Wege extrem lang. Ich habe keine Zeít, das Rathaus zu suchen. Ich gehe stattdessen zu „Big Camera“, einem Technik-Kaufhaus über mehrere Etagen und kaufe mir einen Adapter für die hiesigen Steckdosen. Ohne Muster den sehr aufmerksamen Verkäufern nicht ganz einfach zu erklären.

 

Zeit, um zum Flughafen rauszufahren. Ich folge den Airport-Express-Schildern. Ich bin im Bahnhof selbst locker 15 Minuten unterwegs. Kaum bin ich am Bahnsteig, kommt der Expresszug. Dort wird ein Aufschlag fällig. Nach 10 Minuten fällt es mir wie Schuppen aus den Haaren: Der Zug fährt zum Narita-Airport, ich muss aber zum Haneda-Airport! Was für eine irre Irrfahrt!

 

Wenigstens merke ich das kurz vor dem Hauptbahnhof von Tokyo. Also umsteigen. Daniela, die über Paris nach Tokyo fliegen musste, ist schon am Flughafen, als ich endlich ankomme. Wir gehen in ein Lokal, das sich auf Tempura (Frittiertes Gemüse usw.) spezialisiert hat. Irgendwie haben die aber drinnen eine ganz andere Speisekarte als draußen. Also gehen wir mit der netten Bedienung vor die Tür. In Japan haben viele Lokale ein Schaufenster mit den Gerichten, nachgebaut aus Kunststoff. Uuups, das war das Schaufenster vom Nachbarlokal. Egal, das mehrgängige Tempura-Menü schmeckt!

 

 

Zweiter Versuch, zum Rathaus zu kommen. Langer Rede kurzer Sinn: Wir scheitern erneut – wir haben beide keine (funktionierende) eSIM-Karte für Japan (die hat Susanne, die als letztes ankommt). Also: Game over! Stattdessen streunen wir etwas durch die Straßen mit den Wahnsinns- Leuchtreklamen, die einen regelrecht erschlagen. Tolle Atmosphäre!

 

 

Wir holen noch Susanne ab und dann geht es in die Unterkunft. Wir bekommen gerade noch die letzte Monorail, erwischen in Hamamatsucho noch einen Zug der Yamanote-Linie. In Ueno heißt dann "Game Over!“, zumindest, was den ÖPNV angeht, Um 1 Uhr früh fährt die Hibiya nicht mehr. Es gibt ja aber auch noch (erstaunlich preiswerte) Taxis.

 

Unter Kirschblüten sieht man das Leben mit milderen Augen.“

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