Unterwegs nach Goris

Armenien, 19.07.2018

 

Frage an Radio Eriwan:

"Stimmt es, dass in den USA jeder ein Auto hat?"


Antwort:

"Im Prinzip ja, aber bei uns hat dafür jeder einen Parkplatz."

 

Mehr Radio Eriwan-Witze

 

 

 

Der Ararat zum Greifen nah

 

Das ist wohl das bekannteste Fotomotiv Armeniens: Das Kloster Chor Vorap mit dem schneebedeckten Ararat im Hintergrund. Es liegen aber immerhin noch knapp 40 km Luftlinie zwischen Kloster und Berg. Nur zwei Kilometer sind es dagegen zur türkischen und knapp 10 Kilometer zur iranischen Grenze. Und wir haben großes Glück: Nicht nur, dass beim Kloster wenig los ist, auch der Ararat ist klar und deutlich zu sehen, aufgrund der Luftverschmutzung leider inzwischen eher eine Seltenheit.

 

 

Die Anlage entstand an einer Stelle, wo König Trade III den heiligen Gregor 12 Jahre lang eingekerkert haben soll. Das enge Loch kann heute noch über eine steile Leiter besichtigt werden. Der König wurde schließlich schwerkrank und konvertierte deswegen, so die Sage, nach seiner Heilung zum Christentum. An der Stelle entstand schließlich ab dem 6. Jahrhundert die Klosteranlage. Die Hauptkirche wurde im 17. Jahrhundert erbaut. Viele Legenden ranken sich um diesen geschichtsträchtigen Ort.

 

 

Wer hat den Nachwuchs bestellt?

 

Bei Armenien muss es sich um eine kinderreiche Gegend handeln, so viele Störche, wie es hier auf den Dächern, aber auch auf den Pfeilern der Telefonleitungen gibt.

 

 

 

Familie Vargas bittet zu Tisch

 

Zum Mittagessen machen wir Halt beim Bauernhof der Familie Vargas. Frau Vargas macht frischen Käse für uns, der rund 20 Minuten, nach den er angesetzt wurde, bereits verzehrfertig ist, als Nachtisch quasi. Was ist Völkerverständigung? Wenn sich das Beste aus zwei oder mehr Kulturen miteinander vermischt. Wir streuen testweise Zucker auf den Käse, den wir in dieser Form nicht wirklich kennen, und die Armenier merken, dass diese Kombination auch spannend ist… Vor dem Nachtisch gab es verschiedene Salate, Rührei vermischt mit Tomaten oder gegrilltes Hühnchen.

 

Auf dem flachen Land gehen die Uhren langsamer

 

Dass es den Menschen in der postsowietischen Ära auf dem flachen Land schlecht ging und teilweise noch geht, zeigt sich auf dem Rückweg zu unserem Minibus. Am Nachbarhof ist eine alte Frau, die das Getreide aus den Ähren trampelt, auch nicht anders, als im tiefsten Afrika. Zu viert gehen wir näher ran, kommen mit Händen und Füße ins Gespräch. Wir fragen, ob wir ein Foto von ihr machen dürfen, sie holt noch ihre zwei Enkeltöchter dazu. Ich zeige den dreien das Foto auf meinem Kamerabildschirm. Gerade die beiden Mädchen sind so was von begeistert. Einfach ansteckend. Diese Faszination zeigt aber auch, dass sie mit einer Digitalkamera noch nicht in Kontakt gekommen sind – und das in Europa.

 

 

Kloster Norawank

 

Auf unserer Fahrt nach Goris kommen wir noch in die Amaghu-Schlucht, an dessen Ende unmittelbar vor einer steilen rötlich gefärbten Steilwand das Kloster Norawank steht.

 

 

 

Die drei Herausforderungen von Diana

 

Recht spät treffen wir in Goris ein, im Hotel Diana. Eigentlich kein schlechtes Haus, immerhin mit riesiger Mucki-Bude und Hallenbad. Drei Haken gibt es allerdings:

 

Mein Zimmer geht auf die Südwestseite raus. Ich bin kaum im Zimmer drin und schon läuft der Schweißt. Immerhin hatte es heute draußen 41 Grad, in meinem Zimmer sind es ein paar Grad mehr.

 

Mein Zimmer geht auf die Haupteinfallsstraße raus, wo nicht nur laute Uralt-LKW aus sowjetischer Produktion unterwegs sind und kaum noch fahrtüchtige Lada (Was für ein Unterschied zu Eriwan!) unterwegs sind. Beim kleinen Supermarkt gegenüber trifft sich auch die „Dorf“jugend und lässt die Motoren aufheulen.

 

Achtung: Ironie! Außerdem sind es nur ein paar Meter in die Stadt.

 

Willkommen bei Anna

 

Im Lonely Planet ist ein recht genauer Stadtplan enthalten, unser Hotel nicht zu finden. Auf meine Frage an der rezeption bekomme ich die Antwort, das Hotel sei knapp außerhalb des Stadtplanes. Frohgemut machen wir uns also zu Dritt auf den Weg. Nach etwa einer viertel Stunde erreichen wir endlich den Stadtplan, von wo aus es nochmal 15 bis 20 Minuten zum empfohlenen Restaurant gewesen wären. Wir beschließen spontan, einen kleinen Supermarkt mit angeschlossenem Gasthaus aufzusuchen. Draußen ein paar Reposaltische und Stühle, zwei Kühlschränke und eine Tiefkühltruhe für Eis. Verständigung in sieben Sprachen: Englisch, russisch, deutsch, italienisch, tschechisch, Händen und Füße und wir bekommen Bier, einen Gemüsesuppe, Kabap, Kartoffeln aus dem Ofen, Tomaten-, Gurkensalat und ein Eis. Anna, die Chefin, hat uns gleich ins Herz geschlossen, umgekehrt war es nicht viel anders.

 

Gut, dass wir uns den langen Weg gespart haben, zum einen war das Essen gut und zum Anderen mussten wir ja noch ins Hotel zurück. Gar nicht so einfach bei schlecht beleuchteten Straßen und ganz ohne Gehwege. Die Nacht war leider ein Albtraum. Aufgrund der unerträglichen Hitze musste ich Tür und Fenster offen lassen, wodurch ich wiederum den kompletten Lärms der Straße abbekam.

 

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