Die Qasr

 

Irak oder Saudi-Arabien:

Was darf's denn sein?

 

Heute fahren wir ostwärts, mitten hinein in die Wüste. Dass Jordanien an Israel und die Palästinensergebiete grenzt, ist den meisten klar. Es grenzt aber eben auch an Ägypten, Syrien, den Irak und Saudi-Arabien.

 

Dort – mitten in der Wüste, irgendwo in Richtung Saudi-Arabien und Irak - warten drei Qasr auf uns, übersetzt „Schlösser“. 

 

 

Qasr Al-Kharana:

Karawanserei oder Festung?

 

Beim ersten, dem Qasr Al-Kharana, ist man sich nicht so ganz sicher, wozu es genutzt wurde. Es könnte eine Festungsanlage gewesen sein oder aber auch eine Karawanserei oder ein Schloss. Also eigentlich alles...

 

 

Um einen Innenhof herum gruppiert sich auf zwei Etagen eine größere Zahl an Zimmern, einige große und viele kleine. Auch wenn die Anlage von außen sehr wuchtig wirkt und nach außen hin über viele kleine Öffnungen verfügt, die wie Schießscharten wirken, eine Festung war es wohl eher nicht. Man täte sich schwer, durch diese Scharten irgend einen Feind zu treffen. Durch diese engen Schlitze kommt aber immer kühle Luft rein.

 

 

Wer die Anlage wann und vor allem warum gebaut hat, ist bis heute ein Rätsel. Klar ist nur, dass die Anlage bereits 710 existiert hat. Sie könnte also von den Nabatäern stammen (das sind die aus Petra), von den Römern (das sind die aus Rom) oder den Omaijaden (das sind die, die auch in Granada herrschen). Ein 20 Meter tiefer Brunnen versorgte die Menschen damals mit Wasser. Heute ist der Grundwasserspiegel auf 60 Meter gesunken.

 

Auf jeden Fall sehr gut erhalten geblieben, das Teil. 

 

 

Qasr Amra:

Nicht nur Ludwig II baute Lustschlösser

 

Dass es vor über 1700 Jahren nicht ganz so trocken war wie heute, zeigt das zweite Qasr, Qasr Amra, erbaut im 8. Jahrhundert. Nicht nur Ludwig II baute Lustschlösser, mehr als 1.000 Jahre vorher stellte Kalif Wadid I sein Lustschloss mitten in die Wüste.

 

 

Längst gibt es im Islam ein Bilderverbot. Das spielte im 8. Jahrhundert aber offenbar noch keine so große Rolle. Die Wände und die Decken sind übersät mit Tieren und leicht bekleideten sowie nackten Frauen.

 

 

Nur Beduinen haben das Gebäude in den vergangenen Jahrhunderten ab und an genutzt, etwa bei einem Sandsturm. Ansonsten hätte man dieses Qasr schlicht und einfach vergessen. So blieb das Gebäude auch den islamischen Bilderstürmen verborgen. 

 

 

Ach ja, ein Spa hatte das Quasr auch (Tepidarium und Caldarium). Das Wasser dafür kam aus dem 24 Meter tiefen Brunnen.

 

Die Lage, die runden Formen des Gebäudes, der Hammam und vor allem die Fresken: zu Recht ein Weltkulturerbe.

 

 

Trinken bei den Beduinen

 

Nein, nein. Nicht was Ihr denkt. Ich rede von einer gepflegten Tasse Tee. Die Beduinen sind ein wichtiger Bestandteil Jordaniens. Viele ihrer Werte sind längst zu den Werten der gesamtjordanischen Gesellschaft geworden. 

 

Viele sind sesshaft, andere (Halb-)Nomaden. Hier besuchen wir einen aus einer sesshaften Familie, die in Amman lebt. Aber er hat quasi die Freiheit in den Adern und hat sein Zelt neben dem Qasr Amra aufgebaut und freut sich über Touristen aus allen Herren Länder.

 

 

Qazr Al-Azraq & Lawrence

 

Die älteste Inschrift ist eine Widmung an die Herrscher Diokletian und Maximilian, die 285-305 n. Chr. gemeinsam über das römische Reich herrschten. Das Kastell wurde wahrscheinlich von den Ayyubiden im 13. Jahrhundert saniert. 1917/18 schließlich fand Lawrence von Arabien hier Unterschlupf. Er, eigentlich Archäologe, hat diese Gegend militärisch ganz schön aufgemischt.

 

 

Während vor allem das Qazr Amra durch seine lieblichen, abgerundeten Formen besticht, ist dieses Qazr mit seinen kantigen Formen und seinen Türmen ein klassischer Militärbau.

 

 

Essen bei den Drusen

 

Wenn es um die komplizierte Situation im Libanon geht, hört man in den Nachrichten auch mal etwas von den Drusen. Diese Religionsgemeinschaft entstand im 11. Jahrhundert als Abspaltung von der ismailitischen Schia. Es ist schon immer umstritten, ob sie Moslems sind oder nicht. Auch seitens der Drusen selbst. Insgesamt bekennen sich weltweit gut 1,1 Mio. Menschen zu dieser Religion, die meisten davon in Syrien.

 

Wir sind heute bei einer drusische Familie zum Mittagessen: Wem läuft bei dem Foto nicht das Wasser im Mund zusammen? 

 

 

St. Georgs Kirche: Mosaiken ohne Ende

 

Heute gibt es im Fernsehen Lego-Challenges. So etwas brauchten die Künstler in Madaba um 560 herum nicht, um aus rund 2,3 Millionen Mosaiken eine bis zu 25 x 5 Meter (heute noch 15,5 x 6) große Karte Palästinas zu erstellen....

 

 

Die Karte reicht vom See Genezareth über Bethlehem, Jerusalem und das Tote Meer bis zur Sinai- Halbinsel und dem Nil. Sie enthält auch Tiere und Menschen. Lustig die Fische, die an der Mündung des Jordans vor dem salzigen Wasser des Toten Meeres wegschwimmen.

 

Diese Karte ist sicher das berühmteste Mosaik in der Kirche und der Stadt, aber beileibe nicht das einzige.

 

Hier geht es zum Berg Nebo, dem Wadi Numeira und dem Toten Meer

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