Wadi Rum

 

Mein Name ist Rum, Wadi Rum!

 

Anders als etwa im benachbarten Saudi-Arabien, nehmen es einige Jordanier nicht immer so genau mit dem Alkohol, es wird Wein angebaut, Bier gebraut, es gibt außerdem etliche Arrak-Brennereien. Diese Getränke gibt es etwa in Liquor Stores oder in ausgewählten Restaurants.

 

Zudem gibt es Rum. Richtig trockenen Rum. Wadi Rum!

 

 

Von Petra aus geht es Richtung Süden, dann einmal links und schließlich immer gerade aus. Auf dem Weg zum Wadi kommen wir an der Strecke der Aquababahn vorbei, auf der heute vor allem Phosphat in den Hafen von Aquaba transportiert wird. Auch werden zeitweilig Sonderfahrten angeboten. Eine Dampflok steht im Bahnhof, wo wir eine deutschsprachige Mountainbike-Gruppe treffen, die 11 Tage durch Jordanien radelt. Immer mit einem Bus als Rückfallebene und einem Polizeifahrzeug, das auch schon mal eine Straße nach hinten absichert.

 

 

My Tent, my Castle

 

Nach dem Check-in im Visitorcenter geht es zu unserem „Space Village Luxury Camp. Der Begriff „Camp“ ist dabei relativ. Jedes Zelt ist so seine 20 Quadratmeter groß, hat Heizung und Klimaanlage, Dusche und WC. Letztendlich werde ich von alledem nur das WC benützen. Es ist zwar warm, die Luft aber trocken, deshalb muss eine Dusche nicht wirklich sein. Tja und die Heizung funktioniert nicht, was ich erst nach dem Abendessen merke, als ich mich ins Bett lege und die Heizung etwas anmachen will. Am Abend hatte mir das nichts ausgemacht, am Morgen war es dann aber ziemlich frisch.

 

 

Nachdem wir unsere Koffer in die Zelte gebracht haben, warten zwei Jeeps auf uns. Das Wadi Rum ist ganz anders, als die anderen Wadis, in denen wir waren. Keine tiefe Schlucht, sondern viel mehr übrig gebliebene Felsen in einer weiten wüstenartigen Ebene.

 

 

Trotzdem spektakulär, auch wenn auf eine andere Art und Weise als in den vergangenen Tagen. Per Jeep geht es zunächst immer in Richtung Süden, bis wir eine große natürliche Felsenbrücke erreichen, die Um Fruth. Ab da geht es dann wieder zurück nach Norden, wo uns ein Sonnenuntergang erwartet.

 

 

Wird mal wieder Zeit für einen leckeren Tee. Eine Beduinenfamilie mit einigen Kamelen und Ziegen heißen wir herzlich willkommen. Diese leben in zwei Zelten, wir dürfen in beide mal hereinschauen, in dem Zelt, in dem sich die Frauen aufhalten, allerdings nicht.

 

 

Einer der Söhne der Familie spielt ein interessantes Streichinstrument. Erstaunlich, was er alles aus der einen Saite rausholt.

 

 

Um Fruth

 

Die Um Fruth ist wahrscheinlich das am häufigsten fotografierte Motiv in der Wadi Rum. Wer dort hochklettert, steht 15 bis 20 Meter über dem Boden. Eigentlich wollte ich da nicht hoch, bin nicht so ganz schwindelfrei.

 

 

Ach, was soll’s, also auch da hoch. Was man auf dem Foto nicht sieht, ist der steile Aufstieg, v.a. durch so eine Art schmaler Klamm. Dort an einer Kante war es ätschig, das ich dann irgendwie überwunden habe. Wenn man dann oben auf der Felsenbrücke steht, ist das schon ein schönes Gefühl.

 

 

Tourismus in Jordanien

 

Im Wadi Rum wird eines deutlich: Insgesamt ist die Zahl der Touristen in Jordanien überschaubar. 5,4 Millionen Touristen kamen 2019 insgesamt nach Jordanien (2010: 8,1 Mio.). Hält man sich dann aber vor Augen, dass Jordanien, zumindest der touristisch interessante Bereich, gerade mal eine Fläche von – großzügig gerechnet - 350 x 50 Quadratkilometern umfasst und sich die meisten Touristen auf Amman, das Tote Meer, Petra, das Wadi Rum und Aqaba konzentrieren, sind doch verdammt viele Touris unterwegs.

 

 

Im 740 Quadratkilometer großen Wadi Rum kann man etwa alleine über Booking.com Zelte in 83 verschiedenen Camps buchen. Die verteilen sich aber nicht auf die gesamte Fläche des Wadi, sondern konzentrieren sich auf die attraktivsten Teile des Parks. Ach ja, ein Blick auf ein Luftbild zeigt mir, dass die Hälfte des Areals aus Felsen besteht. Also kommt es mir nicht nur so vor, sondern da steht wirklich in der Ebene alle 500 Meter ein Camp.

 

Es ist halt wie in Oberfranken. Wer dort wandert sieht garantiert immer irgendwo Windräder. Im Wadi Rum sind es halt Camps...

 

 

Sunset

 

Von der Felsenbrücke aus geht es in vollem Karacho weiter. Offenbar drängt die Zeit. Nicht nur bei uns, sondern auch bei weiteren 30 bis 40 Jeeps, die alle in die gleiche Richtung düsen. Und auch alle das gleiche Ziel haben. Einen niedrigen Felsen mit tollem Blick in Richtung Westen, wo zwischen den Bergen die Sonne „untergeht“.

 

Ach ja, keiner von uns hat gemerkt, dass der Punkt, wo wir auf den Sonnenuntergang gewartet haben, keine 300 Meter von unserem Camp war. Auch ist keinem aufgefallen, dass unsere Tour nicht irgendwie kreisförmig verlief, sondern ziemlich gerade aus Richtung Süden und dann wieder mehr oder weniger parallel dazu wieder in einer leichten Ellipse wieder Richtung Norden.

 

 

Nachdem es dunkel geworden ist, nehmen zwei Mitarbeiter eine Schaufel in die Hand und buddeln unser Essen aus. Ein klassisches Beduinen-BBQ. Lecker! Dazu frische Salate und viele weitere leckere Beilagen.

 

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Kommentare

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  • Svea Bernsdorf (Samstag, 04. Dezember 2021 22:17)

    Wow! Was für Bilder! Da muss ich hin!