Yalape

 

Als Ersatz für das derzeit nicht zugängliche Kuelap besuchen wir Yalape, auf einem anderen Berg irgendwo knapp unterhalb von 3.000 Metern. Nur zwei der vier im Bus vorliegenden Reiseführer kennen diese Ausgrabungsstätte überhaupt.

 

 

Im Lonely Planet heißt es: "Der Besuch dürfte nicht alle ansprechen. Wer aber Ruinen in einem wirklich ruinösem und trümmerhaftem Zustand schätzt, kann sich... vorstellen, wie sich Hiram Bingham gefühlt haben muss, als er 1911 Machu Picchu wiederentdeckte."

 

 

Na, das kann ja was werden! Ja, aber ganz anders als erwartet. Da die Straße hoch nach Yalape ab 7 Uhr gesperrt wird, geht es - ihr kennt das ja inzwischen - sehr früh raus.

 

Wo die Machete noch nicht eingesetzt wurde, schaut es so aus. Wer weiß, welche Mauern sich darunter verbergen?

 

Das Hotel gibt uns ein Frühstück mit. Das ist was zum Abgewöhnen. Zwei Teile, uralt, wo Wasser in einem zufälligen Verhältnis mit Weizenmehl vermischt wurde, soll wohl so eine Art Brötchen darstellen. Einmal hauchdünn mit etwas bestrichen, das Marmelade sein könnte und einmal mit etwas belegt, das mit viel Fantasie eine entfernte Verwandtschaft zu Käse hat. Das bekommt man nur runter, wenn man wirklich Hunger hat. Und außerdem sehr, sehr viel Flüssigkeit zum Herunterspülen.

 

 

Kein Wunder, dass ich mich nach jedem Urlaub auf das frische Brot und die frischen Brötchen der oberfränkischen Bäcker freue.

 

Zur Ehrenrettung muss ich aber anmerken, dass das Frühstück in Peru meist recht gut war. In der Regel wurden Eierspeisen frisch gemacht, es gab auch fast immer viel frisches Obst. Als Kaffee gab es aber leider oft eine Art Plörre – und das, obwohl in Peru hervorragender Kaffee angebaut wird, wie ich auch zweimal feststellen konnte, als ich mir mal am Nachmittag einen gegönnt habe. Der Kaffee scheint an die Geschmacksnerven nordamerikanischer Touristen angepasst zu sein, wobei die sich kaum in den Norden Perus verirren und nach Chachapoyas schon gar nicht.

 

 

Ruinen in einem „trümmerhaften Zustand“

 

Der Reiseführer ist aus dem Jahr 2019. In den drei Jahren hat sich seitdem viel getan. Wir sind Zeugen von etwas ganz Großem. Hier haben Freiwillige mit Macheten und anderem Werkzeug die Büsche und Bäume beseitigt, die über die letzten Jahrhunderte gewachsen und gewuchert sind. Dabei kam eine wunderbare Anlage aus dem 12. Jahrhundert zum Vorschein.

 

 

Durch den Nebel, der hier oben vor sich hinwabert, erhalten wir eine mystische Stimmung gratis dazu. Auch hier sind wir wieder einmal – Überraschung! - die Einzigen vor Ort.

 

 

Wir müssen alles in allem gut 150 Höhenmeter überwinden und sind wieder mal auf knapp 3000 Meter. Bei jeder Pause auf dem Weg nach oben, wo uns Sheila, unsere örtliche Reisebegleiterin, etwas erläutert, höre ich um mich herum sehr viel Schnaufen. Ich habe mich glücklicherweise längst an die Höhenlage gewohnt.

 

Bis vor kurzem noch komplett von Pflanzen überwuchert, Gebäude und Mauern waren allenfalls zu erahnen.

Es würde mich nicht wundern, wenn sich dieser Ort zu einem "Muss" von Nord-Peru wird.

 

Unerwarteter Reisehöhepunkt

 

Vollkommen unerwartet entwickelt sich Yalape zu einem der Höhepunkte unserer Reise!

 

 

"Freedom Day!"

 

Am Nachmittag haben wir frei!!! Der Begriff "freedom day" bekommt eine ganz neue Bedeutung. Doch, das hat mir echt gefehlt. Zu dritt gehen Kim, Peter und ich zum Markt, wo Berge von zum Teil exotischen Früchten ausliegen und wo außerdem an vielen Stellen Rauchfleisch zum Trocknen hängt.

 

Bitte das "P" mal sehr genu anschauen! ;-)

 

Etwas später nutzen Marianne und ich die Zeit, um im wunderschönen Innenhof unseres Hotels endlich einmal einen richtig guten peruanischen Kaffee zu genießen.

 

 

Blaue Stunde

 

Zur blauen Stunde steige ich noch 170 Stufen zu den Escaleras del Jr Amazonas hoch, wo ich einen tollen Blick auf Chachapoyas habe. By the way: Den besten Blick gibt es bei der kleinen Sitzgruppe 28 Stufen unterhalb, ganz oben stören Kabel. Am Fuß der Treppen wird Volleyball gespielt, oben Fußball. Das Beste: Ich lausche dort oben auch den Proben einer richtig guten Band.

 

 

Am Abend sind wir zu fünft in einem Lokal, um unsere Erfahrungen mit Pisco Sour fortzusetzen. Diesmal bei der Happy Hour, zwei zum Preis von einem. Die wissen halt, was uns gut tut. Ach ja, wir essen auch etwas.

 

 

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