Auf nach Nikko!
Montag, 23.03.26
Wer den JR-Pass hat, ist König der Schienen, kann fahren so viel er will und (fast überall) wohin er will. Beim Eintauschen des Vouchers gegen unseren JR-Pass reservieren wir auch gleich die Sitzplätze für die erste Hälfte der Reise bis Kyoto. Die Shinkansen sind stark frequentiert, so dass sich eine solche Reservierung auf jeden Fall lohnt. Ein sehr kompetenter, engagierter und geduldiger Mitarbeiter sucht uns nach unseren Vorgaben die entsprechenden Verbindungen raus.
Es gehen zwei Bahnlinien nach Nikko raus, aber nur eine der beiden Bahngesellschaften akzeptiert den JR-Pass.
Irgendwann lassen wir das nicht enden wollende Tokyo und seinen Speckgürtel dann doch hinter uns. Spätestens ab Utsunomiya, wo wir in den Bummelzug umsteigen, wird das Land weiter, die Berge rücken näher, einzelne Schneeflecken erinnern an den Winter, der sich sträubt, den Kirschblüten Platz zu machen. Nach 125 km sind wir da.
Vom schönen Bahnhofsgebäude aus geht es mit dem „World Heritage Bus“ zur heiligen Shinkyo-Brücke, die früher nur vom Kaiser oder seinen Abgesandten betreten werden durfte. Heute darf jeder mit ein paar Yen in der Kralle auf die Brücke. Wir verzichten dankend. Merke: Der Blick auf die Brücke ist viel spannender als der Blick von der Brücke.
Von der Brücke aus geht es über sehr viele Treppen zu den 40 verschiedenen Mausoleen, Schreinen, Tempeln und Pagoden, viele im 17. Jahrhundert errichtet. Ein Bauwerk schöner als das andere! Dazu eine verwunschene Atmosphäre.
Uns erwarten etliche zinnrote und wunderschöne Gebäude, dazu viel Moss, eine Vielzahl von Bäumen, etwa alte Zedern. Begrüßt werden wir vom buddhistischen Mönch Shodo Shonin, geboren 735.
Dass wir die Anlagen nicht für uns alleine haben werden, war klar, aber wir hatten mit mehr Besuchern gerechnet. Man merkt aber auch, dass die Touris später starten und oft mit dem Bus von Tokyo nach Nikko gefahren werden. Sie kommen also Stunden nach uns an.
Jeder kennt die drei Affen, "Nichts sehen, nichts hören, nichts sagen." In Nikko findet man sie an der Wand eines eher unscheinbaren Gebäudes aus dem 17. Jahrhundert – es soll sich um die älteste Darstellung der Affen handeln.
Am Morgen haben wir uns – nicht zum ersten Mal – bei Andersen im Bahnhof Ueno fantastische Sandwiches geholt. Die sind längst aufgegessen. Erst kurz vor dem Bahnhof werden wir fündig und finden ein tolles Café. Dort warten verschiedene Leckereien auf uns.
„Sage nicht prachtvoll, bevor Du nicht Nikko gesehen hast.“
日光を見ぬうちは結構というな
— Japanisches Sprichwort