Vesuv? Wieso Vesuv?
Sonntag, 29.03.26
Aber wenigstens war das Frühstück am nächsten Morgen auf der Terrasse am Fluss nicht schlecht. Mit dem Shinkansen geht es nach Kagoshima, dem „Neapel des Orients“ mit seinen rund 600.000 Einwohnern.
Mit den Sitzplatzreservierungen ist es in Japan ganz anders als in Deutschland. Dort gibt es immer einige Wagen, ausschließlich mit, und andere Wagen ausscghließlich ohne Reservierung. Wir sind heute ausnahmsweise ohne Reservierung unterwegs. Wir haben problemlos Plätze bekommen. Wären wir ein paar Bahnhöfe später eingestiegen, hätten wir keinen Sitzplatz bekommen.
Die Infrastruktur in den Zügen ist top. Nach einem Bordbistrot oder Bordrestaurant sucht man ellerdings vergeblich.
Von der Beinfreiheit kann ich in Europa nur träumen!
Auf der anderen Seite der Bucht grüßt der Sakuruajima, mit seinen 1117 Metern Höhe einer der aktivsten Vulkane der Welt. Wobei, aktuell hat er Null Bock. 2025 gab es 172 Eruptionen, 2026 Null, zero, kosong, nihil! Braut sich da was zusammen? Wo sind die Vulkanologen, wenn man sie braucht?
Unsere Zimmer stehen noch nicht zur Verfügung, Wir wollen vorher mal zum Hafen, einen Blick auf die Vulkaninsel werfen. Genau genommen ist die Insel seit einem folgenschweren Ausbruch 1914 keine Insel mehr.
Vorher müssen wir unsere Koffer irgendwie loswerden. Die beiden anderen finden nach intensiver Suche an entgegengesetzten Enden des Bahnhofs ein Schließfach. Mein Koffer ist schmal, aber dafür lang. Zu lang! Fehlanzeige! Danielas sieht aber einen Hinweis bei der Tourist-Info, dass ich meinen Koffer dort lassen kann. Merke: Japan = Service!
Mit der alten Tram geht es in die Nähe des Hafens. Keine Hipster-Cafés, keine Designer- Glastürme, stattdessen rostige Werften und ein paar Angler im Frühlingswind. Die Fähren kreuzen träge übers Wasser. Aber der Blick auf den Vulkan ist nicht schlecht. Das Wetter dafür schon. Aber immerhin trocken.
Zurück am Bahnhof wollen die beiden anderen erst einmal ins Kaufhaus (Bestandteil des Bahnhofs), shoppen gehen. Meine Präferenzen gehen zu „Seattle's Best Coffee“. Ich bestelle mir 2 Croissants, die noch mal kurz in den Ofen kommen, dazu einen Cappuccino. Beides wird mir mit Geschirr in der Lounge des Cafés serviert. So kann man es aushalten!
Nach der Rückkehr widmen wir uns der nächsten Challenge. Unser Self Service-Hotel liegt unweit des Bahnhofs. Gefunden haben wir das Haus schnell. Nach Eingabe des Codes sind wir auch problemlos ins Haus gekommen. Die Registrierung war schon etwas knackiger. Also gebe ich meine Daten ein, mache ein Foto meines Passes und ein Foto von mir selbst. Daraufhin bekomme ich eine Zimmernummer genannt samt Zahlencode für die Tür. Aber nur eine Zimmernummer... Sch...! Aber erst einmal hoch, das Zimmer sichern.
Wir kommen problemlos rein. Die beiden Mädels sind begeistert. Hätten sie einen Pokal im Koffer, hätte ich den bestimmt bekommen. Nach der Sardinenbüchse gestern, gibt es heute Platz ohne Ende. Muss einen Grund haben, dass das Hotel ROI Space heißt.
Wegen des zweiten Zimmers schicke ich eine E-Mail an den Vermieter. Keine zwei Minuten später kommt der Code für das zweite Zimmer. Als ich gerade eine E-Mail schreiben will, für welches Zimmer der Code gilt, kommt die Info; „ Room 201 ;-)“. Ende gut – alles gut.
Am Abend geht es noch mal zum Essen in den Bahnhof, wo 30 bis 40 Lokale auf uns warten.
„Der Sakurajima ist das Gesicht von Kagoshima. Wenn er wütend ist, wäscht er uns den Staub von den Seelen.“
-- Regionales Sprichwort