Himeji

 

Was für eine Burg! Was für ein Steak!

Donnerstag, 26.03.2026

 

Es braucht schon ein Erdbeben mit strömenden Regen, um den Fahrplan der japanischen Bahn vor Herausforderungen zu stellen. Wir kommen mit etwas Verspätung an. Was soll's? Die Sonne scheint!

 

In Himeji bringen wir unser Gepäck ins Hotel und tigern los. 2010 war ich schon mal da, damals war die Burg allerdings eine Riesenbaustelle.

 

 

Schon vom Bahnhof aus können wir die Burg sehen. Sie ist einfach nur wunderschön. Von außen, wie auch vom Innenhof, gibt es viele tolle Blicke. Dazu kommen noch die vielen Kirschblüten. Natürlich sind wir nicht die einzigen, die einen Blick in die Burganlage werfen wollen, der Ansturm hält sich aber halbwegs in Grenzen.

 

 

Man könnte meinen, als Franke hätte ich selbst genug Burgen zu Hause. Ja, das habe ich. Aber die japanischen Burgen sind vom Stil her so wunderbar anders. Vor allem die Außenanlagen begeistern mich. Ob man rein muss ins Gebäude? Ein klares Jein!

 

Die Burg Himeji-jo ist das am besten erhaltene Beispiel für die japanische Schlossarchitektur des frühen 17. Jahrhunderts. Es gilt als Meisterwerk der Konstruktion aus Holz, das Funktion mit ästhetischer Anmut verbindet. Insgesamt gibt es 27 Welterbestätten in Japan.

 

Im Preis includiert ist ein wunderschöner Garten, den wir natürlich mitnehmen. Die Japaner wissen halt, wie man einen schönen Garten anlegt. Ich glaube, ich werde bei mir zuhause auch so einen Garten anlegen. Das Moos hätte ich schon.

 

 

Glücklich, aber auch erschöpft und hungrig, machen wir uns auf den Weg zurück ins Hotel, als wir über eine kleine Eckkneipe stolpern mit einigen wenigen Sitzplätzen, die Kobe-Rind im Angebot haben. Drei Plätze an der Theke sind frei, also nehmen wir Platz. Das sechsköpfige Personal ist richtig gut drauf, der eine lernt aktuell deutsch, so dass eine wunderbar chaotische englisch-deutsch-japanische Konversation in Gang kommt. Ich nehme das Kobe-Rindsteak auf Reis mit einer Extraportion Rind. Das Fleisch ist teuer (wenn auch dramatisch preiswerter als in Deutschland), wird deshalb genau abgewogen.

 

 

Nachdem ich gestern einen unglaublich guten Fisch hatte, bekomme ich heute ein Steak, nicht von dieser Welt! Wir haben definitiv alles richtig gemacht. Der Eigentümer will den Gästen aus aller Welt zeigen, was japanische Esskultur ausmacht, weshalb er einen extrem fairen Preis anbietet. Das Steak mit Bier kostet etwa 18 Euro, mit der doppelten Menge Fleisch 30 Euro...

 

Und wir hatten Glück: Touristen besuchen in Himeji die Burg und sind dann wieder weg. D.h., gegen 17 Uhr schließen die meisten Restaurants. 10 Minuten später und wir hätten den Laden verpasst. Bei Tripadvisor steht das Lokal unter den über 3.000 (!) Restaurants in Himeji auf Rang 5!

 

 

Wir checken endlich ein. Nach einer kurzen Regeneration geht es noch mal zurück zur beleuchteten Burganlage. Auch Nachts ein toller Anblick. Als wir gehen wollten, wechselt die Farbe der Beleuchtung. Mal rosa, mal gelb.

 

„Die japanische Küche ist keine Küche, die man einfach nur isst. Es ist eine Küche, die man anschaut, und mehr als das: eine Küche, über die man meditiert.“

-- Jun'ichirō Tanizaki (1886–1965), einer der bedeutendsten modernen Schriftsteller Japans

 

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