Take me home...to Kyoto
Dienstag, 31.03. 2026
Heute haben wir eine längere Bahnfahrt vom südlichsten Eck der japanischen Hauptinseln (Kyushu) nach Kyoto vor uns (Honschu). Natürlich nicht, ohne uns vorher bei unserem Lieblingsbäcker eingedeckt zu haben. Allerdings haben wir auch rund 750 Kilometer in nicht einmal 4 ½ Stunden zurückgelegt mit Umsteigen in Osaka! Übrigens: Google Maps kalkuliert für die Fahrt mit dem Auto – ohne Pausen natürlich – 11 Stunden. Der Japan Rail-Pass fühlt sich langsam bezahlt an.
Da wir uns noch zu unserer Unterkunft durchschlagen müssen, beschließen wir, am Bahnhof – einem architektonischen Highlight - erst mal was zu essen. Es ist wie an allen Bahnhöfen Japans, auch hier gibt es eine Fressmeile oder genauer gesagt gleich mehrere. Vor vielen Lokalen stehen Schlangen. Wir haben Glück und finden eines, wo im Moment nicht so viel los ist. Das Essen ist ordentlich und reichlich.
Kyoto ist von seiner Gründung im Jahr 794 bis Mitte des 19. Jahrhunderts die kaiserliche Hauptstadt Japans. Als Zentrum japanischer Kultur über mehr als 1000 Jahre veranschaulicht Kyoto die Entwicklung der japanischen Architektur und der japanischen Gartenkunst, die die Landschaftsgestaltung weltweit beeinflusst hat. Insgesamt 17 Bauwerke und Gärten sind Teil der Welterbestätte Kyoto.
In Kyoto müssen wir noch zweimal umsteigen, bevor uns eine S-Bahn am Fuß des Hügels ausspuckt, Irgendwo oben am Hügel liegt unsere Wohnung. It's a long way to Munetada-Haus. Aber wir sind in Japan. Wie schon in Tokyo haben wir auch hier im Vorfeld eine Bilderstrecke erhalten. Ohne die hätte es sicher eine Zeitlang gedauert, das richtige Haus zu finden. Dort wartet schon Feby, der Hauskeeper auf uns und erklärt uns alles, einschließlich der Tipps, wo man essen kann.
Die Wohnung ist schön groß, jeder hat sein eigenes Schlafzimmer und dazu noch die Wohnküche. Oben haben wir ein Wohnzimmer mit Panoramablick auf Kyoto. Es gibt nur ein Wort, das die Aussicht und die Wohnung beschreibt: Wow!
Wir waren lange im Zug unterwegs, also machen wir noch einen kleinen Spaziergang den Hügel hoch, wo mehrere Schreine, ein Friedhof und vor allem eine Reihe mit 12 Tori auf uns warten.
Wir sind in einem recht gut gelegenen Viertel, aber einem Viertel, in das sich kaum Touristen verlieren. Es gibt Ecken in Kyoto, wo jede zweite Unterkunft an Touristen vermietet wird. Bei uns oben kann ich das eher verantworten, eine Wohnung zu mieten, da gibt es bei den beiden großen Anbietern im Umkreis von einem Quadratkilometer nur noch zwei weitere Wohnungen.
Essenstechnisch sind die Möglichkeiten deshalb überschaubar. Wir gehen italienisch essen. Das Essen ist sehr gut, die Portionen waren aber schon sehr klein, wir müssen mal wieder zum 7 Eleven...
„Wir wollten keinen Zug bauen, der einfach nur schneller ist. Wir wollten ein System erschaffen, das die Zeit und den Raum zwischen den Menschen verkürzt.“
-- Hideo Shima (1901–1998), der Chefingenieur des Shinkansen. Seine revolutionären Designideen (wie die aerodynamische Flugzeugnase) prägen die Züge bis heute.