Uji

 

Wohin geht man in Japan Essen? Zum Mexikaner!

Donnerstag, 02.04.2026

 

Wow! Was für ein Unterschied, wenn die Sonne scheint! Die beiden Mädels fahren nach Nara, heilige Rehe füttern. Hatte ich ihnen empfohlen. Ich selbst war vor 16 Jahren schon mal da (ohne Menschenmassen). 17 Welterbestätten gibt es in Kyoto und den beiden benachbarten Städten Uji und Nara. Ich selbst beschließe, mich in Uji etwas umzuschauen. Ein etwas abgespecktes Programm schadet sicher nicht, da es in den vergangenen Tagen am linken Oberschenkel zeitweise ganz schön gezwickt hat.

 

Bevor ich losfahre, werfe ich erst mal die Waschmaschine an. Schließlich ist Reisehalbzeit, die sauberen Klamotten gehen langsam aus.

 

 

In einem Café werde ich nicht bedient - es geht mir so wie allen Nicht-Japanern. Das war das einzige mal in Japan, wo mir so was wie Fremdenhass entgegenschlug. Egal, dann gibt es eben kein Frühstück, sondern ein leckeres Matcha-Eis, schließlich sind wir in der japanischen Hochburg des grünen Tees. Hier gibt es mit „Tsuen Tee“ ein Unternehmen, das unter den ältesten der Welt auf Rang 30 liegt – und ist immer noch im Besitz der Gründerfamilie ist – 1160 gegründet!

 

 

Dann geht es weiter zum Bjodi-in. Irgendwie kommt mir der bekannt vor. Na klar, die Anlage ist auf der 10 Yen-Münze verewigt.

 

 

Auch hier wieder beeindruckende Gebäude. Besonders gut gefällt mir, wie sich der Tempel im kleinen Weiher spiegelt. Leer ist es hier auch nicht, aber im Vergleich zu den Menschenmassen, die wir morgen kennenlernen sollten, absolut harmlos.

 

 

So lecker das Eis war, eine vollwertige Mahlzeit ist es nicht. Am Uji-Fluss finde ich hinter dem Tempel, also da, wo die meisten Touris gar nicht hinkommen, ein schönes Wirtshaus. Dort bestelle ich mir eine volle Dröhnung Tempura. Wow! Als die Bedienung kommt, schaue ich mich um, die Portion kann doch nicht für mich allein gedacht sein?

 

 

Nach dem Essen schlendere ich etwas am Fluss entlang. Wie es sich für einen japanischen Fluss gehört, steht auch hier eine Vielzahl blühender Kirschbäume rum.

 

 

Über Tower Island und Tachibana Island geht es auf die andere Seite des Flusses, wo eine zweite Weltkulturerbestätte auf mich wartet: Der Ujigami-Schrein. Er wirkt recht unscheinbar, gilt aber als der älteste erhaltene Shinto-Schrein Japans. Dort oben ist noch mal spürbar weniger los.

 

In Kyoto wähle ich eine andere Variante vom Bahnhof zur Wohnung, erst am Fluss entlang mit ein paar hundert blühenden Kirschbäumen, bevor es wieder den Berg hochgeht. Meine beiden Mitreisenden sind noch unterwegs, also schaue ich noch mal bei den Schreinen und Toriis hinter unserem Haus vorbei.

 

 

Unsere Wohnung liegt in einem schönen alten Viertel. Tourismus gibt es dort kaum, also auch kaum Restaurants. Studenten dominieren die Straßen. Die meisten Straßen sind sehr schmal, den Berg hoch – also auch zu unserer Wohnung – geht es oft nur über Treppen.

 

Wir entscheiden uns für einen Mexikaner. Mexikanisch essen in Japan? Okay… - aber das Essen war echt gut, der Laden und die Gäste noch besser. Der Eigentümer, Koch, Kellner und Putzmann in einer Person, kümmert sich rührend um seine Gäste. Fünf Plätze an der Theke, dazu zwei kleine Tische. So kleine Einheiten hat es in Deutschland noch nie gegeben. Irgendwie kommen diese kleinen Lokale in Japan – von denen es zehntausende gibt – trotzdem über die Runden.

 

Sehr angenehm war auch die Unterhaltung mit einer japanischen Touristin, die neben mir saß. Wir tauschen Tipps aus, was man sich in Kyoto anschauen MUSS.

 

„Wer den wahren Geist des Tee-Weges (Chado) verstehen will, muss den Nebel über dem Uji-Fluss einatmen.“

  • Quelle: Traditionelle Weisheit von Meistern der Teezeremonie (Chajin). Sie bezieht sich auf das geografische Phänomen, dass der legendäre Morgennebel des Uji-Flusses den Teeblättern ihren "...einzigartig sanften, schattigen Geschmack verleiht."

 

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