Blick auf Senglea. Auf der anderen Seite der Bucht, also rechts, liegt Birgu. Blick auf Senglea. Auf der anderen Seite der Bucht, also rechts, liegt Birgu.

Senglea

Samstag, 29.11.2025

Horrorfahrt, Paola, Senglea & meine Dachterrasse

 

Mit einem äthiopischen Essen unweit der Wohnung meines Bruders stimme ich mich auf Malta ein. Wie, Malta liegt nicht im tiefsten Afrika, sondern vor Afrika? Macht nix, das Essen war trotzdem klasse!

 

Nach einem Frühstück am Flughafen geht es mit der Lufthansa (billiger als Ryan Air und dazu noch vom „echten“ Frankfurter Flughafen) nach Malta. Ich sitze am Notausgang. So ausführlich wurde ich noch nie instruiert, wie ich den Notausgang öffnen kann. Auf meine Frage, ob ich den Ausgang gleich oder später öffnen soll, schaut mir der Steward doch etwas erschrocken ins Gesicht, sieht dort mein Schmunzeln und meint nur „Ich hoffe, gar nicht“.

 

Deutschland habe ich bei nasskaltem Wetter verlassen, auf Malta scheint die Sonne bei T-Shirt-Temperaturen. Als Mietfahrzeug wartet ein Citroen C3 auf mich. Schaut eigentlich gar nicht so klein aus, war aber tatsächlich das kleinste Auto, in das ich mich je reinquetschen musste. Es gab für mich nur eine Chance, reinzukommen. Quer ins Auto reinlegen, das Lenkrad festhalten, mich hochziehen und dabei um 90 Grad drehen. Im allerersten Moment kam es mir gar nicht so eng vor. Ich war auf der falschen Seite eingestiegen… 

 

 

Als ich in einem Stau stand, war rechter Hand eine schöne Kirche zu sehen, dahinter ein Schild „Free parking“. Ich habe diese Parkplätze eine halbe Stunde gesucht, bin kreuz und quer durch diese engen Gassen gefahren. Nachdem ich mich in den Altstadtgassen von – wo bin ich überhaupt? – total verfranzt hatte, finde ich nicht allzu weit weg von der Kirche im Zentrum von Paola einen Parkplatz, direkt an einer etwas breiteren Straße mit lauter Häusern mit maltesischen Balkonen. Die schauen echt gut aus. Nach einem leckeren Essen geht es weiter nach Senglea, dem Ort, wo ich die kommende Woche wohnen sollte.

 

 

Valletta und die „Drei Städte“

 

Valletta, die Inselhauptstadt, ragt wie ein großer Finger von West nach Ost. Im Süden ist der „Grand Harbour“, gesichert über mehrere Festungen. Auf der Südseite des Grand Harbours ragen von links nach rechts die drei Orte Senglea, Birgu und Kalkara tief in die Bucht hinein, ebenfalls wie lange Finger.

 

Blick von Senglea auf Valletta. Blick von Senglea auf Valletta.

 

Ich wohne also auf dem westlichsten Finger und zwar ganz vorne an der Fingerspitze. Ich finde tatsächlich einen Parkplatz unweit des Hauses. Es gibt nur ein Problem: Das Haus ist nicht da! Da fällt mir ein, dass auf der Buchungsplattform ein Bild von der Haustür und der Frontseite des Hauses abgebildet war. Ich laufe die ganze Straße entlang. Nichts! Ah, da in der schmalen Parallelstraße ist es ja. Da wusste ich es noch nicht, sollte aber schnell merken, dass solche „kleinen“ Ungenauigkeiten von Google Maps auf Malta absolut normal sind.

 

Meine Heimat für die kommenden Tage

 

In dem Haus gibt es auf zwei Etagen insgesamt fünf Zimmer. Die sind jeweils links. Aus Platzgründen sind die Bäder jeweils auf der gegenüberliegenden Seite rechts. Will man auf die Toilette, muss man also raus auf den Gang. Ein kleines Manko. Da ich das Haus aber – bis auf eine Nacht – für mich alleine habe, spielt das keine Rolle. Im Erdgeschoss gibt es eine gut ausgestattete Küche, dort habe ich aber eigentlich nur die Kaffeemaschine benutzt. 

 

Senglea: Blick von meiner Dachterrasse auf die St. Philips Church. Blick von meiner Dachterrasse auf die St. Philips Church.

 

Fantastisch die Dachterrasse: Auf der linken Seite in 60 Metern Entfernung die Kuppel der St. Philip’s Church, auf der rechten Seite, also auf der anderen Seite der Bucht, liegt die Weltkulturerbestadt Valletta in gerade mal 450 Metern Entfernung.

 

 

Vor Valletta liegt die MS La Belle de l'Adriatique vor Anker, ein kleines Kreuzfahrtschiff, oder eher eine Großjacht – für maximal knapp 200 Passagiere. 

 

In Senglea gibt es kaum Tourismus, gerade mal ein Hotel und zwei Handvoll Häuser mit Ferienwohnungen oder Zimmern. Hinzu kommen acht oder neun Restaurants. Bis auf eines alle unten an der Bucht.

 

 

Für einen so kleinen Ort gibt es zwar erstaunlich viele Geschäfte, die haben heute Nachmittag aber alle zu, schließlich ist Sonntag. Also geht es knapp 60 Höhenmeter runter zum Meer in Richtung Fähre. Was für eine tolle Überfahrt nach Valletta! Links der befestigte Höhenzug mit Senglea, rechts der von Birgu und an der Landspitze das Fort St. Angelo. 

 

Die Sonne versinkt hinter der Altstadt von Senglea. Die Sonne versinkt hinter der Altstadt von Senglea.

 

Vorbei in den Jachten der Milliardäre geht es nach Valletta. Dort kraxele ich ins Zentrum hoch, schaue mir schon mal einen bisschen was an, besorge mir einen Netzadapter mit 2 USB-Steckplätzen und Getränke, bevor es in der blauen Stunde zurück geht nach Senglea, mit einem leckeren Essen in einem der Lokale direkt am Hafen und einem Bierchen auf meiner Dachterrasse. So lässt es sich aushalten.

 

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