Posen

 

10 Tipps für Deinen Posen-Besuch

 

Als Oberfranke fühle ich mich hier doch gleich zu Hause. Das mag an den Posener Bamberger liegen. Posen war im Großen Nordischen Krieg stark verwüstet worden. König August II. genehmigte daraufhin die Ansiedlung katholischer Bürger. Gelockt wurden die Neubürger mit einem zeitweisen Steuererlass und kostenlosem Baumaterial. Rund 100 Familien aus dem fränkischen Raum folgten diesem Ruf und ließen sich in den Dörfern rund um Posen nieder, die inzwischen längst Teil der Stadt Posen geworden sind. Diese Familien integrierten sich schnell und sprachen auch bald polnisch. Man schätzt, dass heute rund 30% der Posener Bürger fränkische Wurzeln haben.

 

Dass ich mich heimisch fühle, könnte aber auch an den Piasten liegen, einem polnischen Herrschergeschlecht, mit denen die Geschichte Postens begann. Bei Piasten muss ich immer an einen Süßwarenhersteller aus Forchheim denken. Dass da ein Zusammenhang besteht, ist gar nicht so abwegig, wurde das Unternehmen schließlich 1923 in Brieg (Oberschlesien) gegründet.

 

Dass Ich mich heimisch fühle, könnte auch am Fraas-Shop im größten Einkaufszentrum der Stadt liegen, der „Alten Brauerei“.

 

 

 

TIPP 01: Alter Markt

 

Der Alte Markt ist Posens Epizentrum. Hier treffen sich Einheimische wie Touristen, aber auch Studenten und Straßenkünstler. Hier ist immer was los. Am Alten Markt konzentrieren sich aber auch die Restaurants der Stadt. Polnisch, böhmisch, italienisch, chinesisch, mexikanisch…

 

Seit dem 13. Jahrhundert wurde auf dem alten Marktplatz gehandelt. Das hat sich in den vergangenen fünf Jahren gründlich gewandelt. In meinem 2014 erschienenen Reiseführer ist ein Foto vom Marktplatz abgebildet, wo nur ein paar Restaurants zu sehen ist. Inzwischen ist wohl in jedem Gebäude ein Restaurant drin. In den Schaufenstern der ersten Lokale hängen inzwischen Schilder mit dem Text „Zu verkaufen!“. Steht bereits die nächste Transformation an?

 

Neben wunderschönen alten Bürgerhäusern wartet hier aber auch das Rathaus auf die Bewunderung der Besucher.

 

Tipp: Einfach die Atmosphäre aufsaugen!

 

 

TIPP 02: Rathaus

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Mittags. Kurz vor 12, wird der eh schon volle Marktplatz noch ein bisschen voller. Alle warten gespannt auf einen Trompeter und zwei Ziegenböcke.

 

Zwei Ziegenböcke?

 

Einer Legende zufolge sollten zwei Ziegen für den obersten Verwaltungschef geschlachtet werden, den Woiwoden. Die sind allerdings ausgebüchst (Die Ziegen, nicht der  Woiwode) und auf das Rathausdach geflohen. Das brachte den Woiwoden so zum Lachen, dass die Ziegen am Leben bleiben durften und seitdem jeden Mittag hoch oben am Rathausdach mit den Köpfen aneinanderstoßen. Begleitet werden sie dabei von einem Trompeter. Mechanische Ziegen natürlich...

 

Aber auch wenn keine Ziegen unterwegs sind, dominiert das prächtige Renaissance-Rathaus mit seiner dreistöckigen Loggia den Platz.

 

Museum der Stadtgeschichte: Eintritt 7 Zloty

12 Uhr-Läuten: Kostenlos

 

 

TIPP 03: Archäologisches Museum

 

Direkt ums Eck liegt das Archäologische Museum, ein unerwarteter Leckerbissen. Hier finden sich nicht nur Fundstücke aus der Vor- und Frühgeschichte des Posener Raums, sondern auch aus Ägypten und vor allem aus dem Sudan. Der einzige Obelisk Polens steht hier, auf den Besucher warten vor allem einzigartige Fundstücke aus dem historischen Nubien, aber auch zur nordafrikanischen Felsbildkunst. Die ältesten Ausstellungsstücke sind über 10.000 Jahre alt, konzentrieren sich allerdings auf die Pharaonenzeit, etwa das Reich der Kusch (ca. 1000 bis 300 vor Christus).

 

 

Obwohl es Samstag war – und der Eintritt damit kostenlos – und obwohl es regnete, hatte ich das Museum fast für mich alleine. Hinweis: Der Innenhof mit dem Obelisken ist links hinter der Kasse. Will man zur restlichen Ausstellung, bitte an der Kasse vorbeigehen zum Ausgang, unmittelbar davor aber links die Treppe hoch.

 

 

Die Beschriftung ist fast ausschließlich auf Polnisch gehalten. Es gibt aber einen recht guten Audio-Guide auch in deutscher Sprache (außer für den Innenhof).

 

Tipp: Die Hochkultur das Sudan bewundern!

 

Eintritt: 8 Zloty

Fotografieren ohne Blitz erlaubt.

 

 

TIPP 04: Die Pfarrkirche

 

Schlichter Name, imposantes Gebäude! Aus meiner Sicht das schönste Barockgebäude Posens, ebenfalls unweit des Marktplatzes erbaut. Ursprünglich von den Jesuiten errichtet, wurde die Kirche nach 50-jähriger Bauzeit 1701 fertiggestellt. Besonders beeindruckt hat mich die Scheinkuppel. Sehens- und vor allem hörenswert ist auch die Orgel.

 

Eintritt: Kostenlos

Fotografieren ohne Blitz erlaubt.

 

 

TIPP 05: Genius Loci (Dominsel)

 

Die älteste Kathedrale Polens liegt auf der Dominsel. Da, wo die Besiedlung der Stadt Posen begann. Dort finden sich auch die Anfänge des polnischen Staates. In der Ausgrabungsstätte „genius loci“ kann man sich das näher anschauen, wurden dort doch die Fundamente der ehemaligen Piasten-Siedlung freigelegt, die sich immer noch in einem bemerkenswerten Zustand befinden. Auch hier gibt es einen recht gut gemachten Audioguide. Ein interessanter Film in polnischer Sprache mit deutschen Untertiteln gibt den nötigen Background. Unbedingt einen Audioguide leihen, die Beschriftung ist auch hier nur auf polnisch.

 

Eintritt: 6 Zloty

Fotografieren ohne Blitz erlaubt.

 

 

TIPP 06: Kathedrale (Dominsel)

 

Bereits im 10. Jahrhundert stand an dieser Stelle eine vorromanische Kirche. Überreste dieser Kirche findet man unten in der Krypta. Die heutige Kirche enthält etliche Elemente aus dem 17. und 18. Jahrhundert, ist also im Wesentlichen im barocken und im klassischen Stil gehalten. Sehenswert sind auch die Kapellen in der Kathedrale. Hier sticht die „Goldene Kapelle“ heraus.

 

Eintritt: 3,50 Zloty

Fotografieren ohne Blitz erlaubt (in der Krypta auch mit Blitz).

 

 

TIPP 07: Areal westlich der Altstadt

 

Hier liegen der Freiheitsplatz, aber auch das Kaiserliche Residenzschloss. Posen sollte vor dem 1. Weltkrieg als Residenzstadt für Kaiser Wilhelm II. ausgebaut werden. Der Kaiser war gerade zweimal da. Für Hitlers Vision vom „Lebensraum im Osten“ sollte Posen zu einem wichtigen Zentrum ausgebaut werden. Hitler ordnete dafür Umbaumaßnahmen für das Schloss an. Das Schloss ist pompös, historisch bemerkenswert, ansonsten aber eher uninteressant.

 

 

TIPP 08: Alter Markt in Gnesen

 

Eine halbe Stunde fährt man mit dem IC nach Gnesen. Von dort sind es zu Fuß rund 10 Minuten ins Zentrum. Die Sehenswürdigkeiten und Restaurants konzentrieren sich dort auf die Fußgängerzone und den Markt. Von dort aus hat man auch einen schönen Blick auf den etwas tiefer gelegenen Dom.

 

Tipp: Am Sonntag lohnt sich eine Platzreservierung im IC!

 

 

 

TIPP 09: Gnesener Dom

 

Im 14. Jahrhundert errichtet, brannte die Kirche 1760 nieder und wurde im Stil von Barock und Klassizismus wieder aufgebaut. In der Krypta kann man nicht nur die Geschichte des Domes nachvollziehen, sondern auch die Polens. Immerhin hat Otto III. im Jahr 1000 Boleslav den Tapferen in den Stand eines Königs erhoben und GNesen wurde erste polnische Hauptstadt. Sehr sehenswert ist auch der Reliquienschrein des heiligen Adalbert.

 

Eintritt: 1,50 Zloty

Fotografieren erlaubt

 

 

TIPP 10: Ausblick vom Gnesener Dom

 

240 Stufen liegen zwischen Dir und der Aussichtsplattform auf dem Domturm. 240 Stufen rauf und 240 Stufen runter, die sich aber auf jeden Fall lohnen. Von hier aus hat man nicht nur einen schönen Blick auf Markt und Fußgängerzone, sondern auch auf die drei zentrumsnahen Seen.

 

Tipp: Den Ausblick genießen!

 

Eintritt: 4 Zloty

Fotografieren erlaubt

 

EXTRATIPP: Den Markt bei Nacht besuchen